Zinsen und Tagesgeld

Mit dem Tagesgeld bieten die Banken ihren Kunden die Möglichkeit, größere Geldbeträge ohne eine Kündigungsfrist zu attraktiven Zinsen anzulegen. Das Tagesgeld ist dabei ein Girokonto, über das an jedem Banktag Buchungen vorgenommen werden können. Steht eine größere Anschaffung bevor, kann das Geld dafür günstig auf einem Tagesgeldkonto - ohne eine festgesetzte Anlagedauer - "geparkt" werden. Im Vergleich dazu bieten Festgelder ähnlich hohe Zinsen. Allerdings legt der Anleger sein Geld für einen bestimmten Anlagezeitraum fest, an zum Beispiel für 30 Tage und kann während dieser Zeit nicht über sein Geld verfügen.

Top-Zinsen bei täglicher Verfügbarkeit

In den letzten Jahren sind die Zinsen für Tagesgeldkonten immer weiter gestiegen. Zum einen aufgrund des Wettbewerbs der Direktbanken. Gerade Neukunden profitieren meist von Zins-Zuschlägen, wenn sie zu einer neuen Direktbank wechseln. Zum anderen aber auch durch die Leitzins-Erhöhungen der Europäischen Zentralbank, an denen sich Tagesgeldkonto-Zinsen orientieren. Der Leitzins ist ein Referenz-Zinssatz, an dem die Banken die Zinsen für Kundeneinlagen orientieren. Grundsätzlich sind die Tagesgeld-Zinsen variabel. Theoretisch können sie sich deshalb täglich ändern. In der Praxis halten die meisten Banken die Zinsen aber seit Jahren konstant auf einem hohen Niveau. Attraktive Anbieter zahlen heute zwischen 3,5 bis 4,0 Prozent und mehr für Anlagen auf Tagesgeldkonten. Im Vergleich dazu bietet das normale Zahlungsverkehrs-Girokonto gerade mal 0,5 Prozent oder gar keine Verzinsung.

Zinsen und Zinseszinsen

Die Zinsen werden meist vierteljährlich auf das Tagesgeldkonto überwiesen. Einige Finanzinstitute zahlen die Guthabenszinsen auch monatlich. Durch die Zinsüberweisung direkt auf das Tagesgeldkonto kann der Anleger den Zinseszins-Effekt nutzen, denn der Zinsbetrag wird gemeinsam mit dem Anlagekapital verzinst und erhöht, wenn auch nur minimal, die effektive Rendite. Tagesgeld-Zinsen unterliegen der Zinsabschlagsteuer. Um einen direkten Zinsabzug der Bank in Höhe von 30 Prozent an das Finanzamt zu vermeiden, empfiehlt es sich unbedingt einen Freistellungsauftrag zu stellen. Seit 1. Januar 2007 liegt der Freistellungsbetrag für Kapitaleinkünfte bei 750 Euro plus 51 Euro Werbungskostenpauschale für Singles. Zusammenveranlagte Paare haben den doppelten Betrag zur Verfügung.

Erst Zinsen vergleichen, dann Konto eröffnen

Tagesgeldkonten können bequem im Internet eröffnet werden. Zuvor lohnt sich ein Blick auf Websites, die einen Konditionenvergleich verschiedener Banken durchführen. So findet der Anleger immer den aktuell günstigsten Anbieter für Tagesgelder und erhält zusätzlich alle wichtigen Informationen zur Bank. Zum Beispiel können für Tagesgeld-Anlagen bestimmte Mindestanlagebeträge gelten, die bei der ersten Einzahlung zu beachten sind. Verzinst wird in der Regel jedoch der gesamte Betrag. Einige Tagesgeld-Anbieter begrenzen den Anlagebetrag auch auf eine maximale Summe. Beträge, die darüber hinaus gehen, werden entweder gar nicht oder nur mit einem geringeren Betrag verzinst.

Guter Service und fast immer kostenlos

Die Kontoführung des Tagesgeldkontos wird von fast allen Banken kostenlos angeboten. Dafür stellen sie den Zugang über Internet oder per Telefon-Hotline zur Verfügung. Das Geld kann auch per Fax oder Brief wieder abgerufen werden. Der abgerufene Betrag steht meist am nächsten Bankarbeitstag wieder dem Anleger zur Verfügung. Über alle Einzahlungen, Abrufe und Zinszahlungen wird der Anleger über einen Kontoauszug informiert, der entweder monatlich oder einmal im Quartal kostenlos zugesandt wird. Nur für Dienstleistungen, die über den normalen Kontoservice hinausgehen, verlangt die Bank meistens Extra-Gebühren, unter anderem für Blitzüberweisungen oder Kontoauszüge nach jedem Buchungsvorgang.